Noch ein paar Eindrücke zum Schluss

Unser letzter Abend ist gekommen. Irgendwie ist die Zeit schnell und langsam gleichzeitig vergangen, aber das kennen wir ja schon von den letzten längeren Reisen. Die letzten paar Tage waren wir dann tatsächlich zum ersten Mal alle wirklich fit und auch Lucian hatte ziemlich gute Laune.

Am Samstag sind wir ein bisschen am Strand entlang gelaufen, in Richtung Zentrum, also südlich. Der Nang Thong Strand hat uns jedoch irgendwie enttäuscht. Resort an Resort, bei Ebbe alles voller Steine und es fehlt fast überall der natürliche Bewuchs in Richtung Landesinnere… Ein Strandabschnitt hat komplett schwarzen Sand, das sieht zumindest interessant aus 😄

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Bei dem Spaziergang sind wir auch an einer traurigen Erinnerungsstätte vorbei gekommen. Ein paar Eltern, deren Kinder durch den Tsunami ihr Leben verloren haben, schmücken jedes Jahr am 26.12. einen Baum am Strand mit Fotos ihrer Kinder, Spielsachen, künstlichen Blumengirlanden, Muscheln und Treibholz 😪

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Am Abend haben wir Lucian lange genug wachgehalten, um am Strand zu essen, damit wir den Sonnenuntergang wenigstens einmal bewundern konnten…

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Am nächsten Tag sind wir gleich nach dem Frühstück losmarschiert. Diesmal wollten wir den anderen größeren Strand sehen, nördlich von unserem. Beinahe wären wir gescheitert, weil wir an der Abzweigung zum Strand erst vorbei gelaufen sind und dann nur eine Treppe gefunden haben, die direkt zu den Felsen führte, jedoch weit und breit kein Strand 😳 Irgendwann sind wir aber doch angekommen und konnten feststellen, dass der Strand selber zwar zum Baden für Erwachsene toll ist, mit Baby bei Flut aber zu viele Wellen und damit eine zu starke Unterströmung hat. Ich hätte mit Lucian auf dem Arm weiter reingehen müssen, aber dazu war es dann eine kleines bisschen zu tief. Egal, wir haben uns in den Sand gesetzt unduns von den Wellen umspülen lassen. Er hat sogar ein bisschen selber mit dem matschigen Sand gespielt, was überraschend war, denn der Sand hat ihn eigentich eher wenig interessiert den Urlaub über.

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An dem Strandabschnitt reihten sich die Sonnenliegen und Massagehütten nur so aneinander. Da ist unser Strand schon deutlich ruhiger und irgendwie auch angenehmer.

Als Lucian eingeschlafen war, bin ich zur Ölmassage gegangen. Als ich fertig war, kam Lucian dran 😉 Genau zwei Minuten hat er der Masseurin den Gefallen getan, so liegen zu bleiben 😁

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Kurz bevor wir wieder gegangen sind, sah der Strand bei Ebbe dann so aus:

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Sollte übrigens jemand mit dem Gedanken zu spielen, nach Thailand auszuwandern, hätten wir da ein Grundstück an der Hand. Umrechnungskurs: ein Euro kommt im Moment auf etwa 36 Baht.

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Nach hause ging es mit dem Taxi, davor gab es aber noch Abendessen bei Mc Donalds. Lucian hat sechs (!) Chicken McNuggets gegessen. Dazu noch ein paar Pommes. Wir haben es fast nicht glauben können. Er hat in diesen drei Wochen echt so unterschiedlich viel gegessen, dass wir eigentlich fast jedes Mal kopfschüttelnd am Tisch gesessen haben. Entweder weil er das Essen nur rum geschmissen hat oder gar nicht mehr aufhören wollte reinzuschaufeln 😂 Im Großen und ganzen hat es aber so funktioniert wie wir gehofft hatten. Wir haben immer was gefunden, was er gut essen konnte, wenn er denn was essen wollte…

Heute haben wir nichts vorgehabt außer einem sonnigen Tag am Strand. Lucian hat im Vergleich zu den letzten Tagen kaum geschlafen, war fröhlich und wir haben viel Quatsch mit ihm gemacht. Abends wurde er lange nicht müde und so sind wir mit dem Packen gut vorangekommen. Morgen wollen wir nämlich nochmal an den Strand. Um 17 Uhr holt uns ein Taxi und bringt uns zum Flughafen auf Phuket. Abflug ist um 20.25 Uhr.

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Unter Deutschen in Khao Lak

Ich sitze hier auf dem Bett in unserem Bungalow und Michi und Lucian schlafen. Es ist Mittag. Michi ist ziemlich verschnupft und fühlt sich nicht gut, Lucian ist erschöpft vom Frühstück. Er hat heute Papaya und Wassermelone verweigert, dafür Rührei und Frühlingsrollen gegessen. Zum Glück haben wir ein kleines Guesthouse mit Frühstücksbuffet gefunden, denn bei uns gibt es kein Frühstück und von der Karte zu bestellen, ist mit Lucian wirklich schwer geworden, weil er meist das verweigert, was er am Tag zuvor ausschließlich und mit Begeisterung gegessen hat.

Montag Mittag wurden wir mit dem Pick Up abgeholt und zum Hafen gebracht. Mit einiger Verzögerung startete das Speedboot in Richtung Kho Phi Phi und dann weiter nach Phuket. Diese Art zu reisen ist sicher die schnellste, aber wirklich nicht die bequemste Art zu reisen. Das Boot ist klein, auf der Bank rundum das Boot war es eng, mit Kind auf dem Arm hofften wir einfach nur, dass die Zeit schnell vergehen möge.

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Ungefähr zwei Stunden dauerte es. Mit der Fähre wäre es etwa das Doppelte gewesen. Am Hafen nahmen wir uns ein Taxi. Dort gab es eine Zentrale, die alle Reisenden auf die Taxis verteilte und nach einer einheitlichen Preistabelle abkassierte. Das war schon mal angenehm. Leider war unsere Bungalow Anlage in keiner der Karten verzeichnet, weshab es eine ganze Weile dauerte bis die dort wussten, was sie mit uns machen mussten. Die Adresse, die ich dabei hatte, haben jedenfalls alle ignoriert – anscheinend hat eine Adresse hier keine wirkliche Aussagekraft…

Der Taxifahrer war nicht ganz so begeistert, noch so eine lange Tour fahren zu müssen. Er meinte dann im Spaß (hoffe ich), dass er uns in zwei Stunden nach Khao Lak bringen würde, aber zurück würde es dann nur eine Stunde dauern 😉 Jedenfalls fuhr er uns ordentlich, die ganze Fahrt über dudelte das Radio lustige Thai Musik, und nach einigem Suchen und herum fragen, fand er sogar die Bungalows. Lucian hatte mal wieder die meiste Zeit verschlafen. Wenn nicht, hat er die Deko im Taxi inspiziert oder verträumt aus dem Fenster geschaut.

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Im ersten Moment hatten wir das Gefühl, total weit ab vom Schuss gelandet zu sein. Aber eigentlich stimmt das gar nicht. Wir wohnen nur ein paar Hundert Meter vom Lah Own Beach entfernt, ein kleinerer Strandabschnitt zwischen dem zentralen Nang Thong Beach und dem Bang Niang Beach, und etwa genauso weit von der Hauptstraße, an der sich das gesamte Leben von Khao Lak abspielt. Hier gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés, Supermärkte, Schneider, Massage Salons, Geschäfte mit Kleidung, Souvenirs und Badespielzeug. Fast nur Deutsche hört man sich hier unterhalten, meistens wird sogar direkt auf Deutsch gegrüßt, einfach, weil die Wahrscheinlichkeit so groß ist, dass es passt.

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Inzwischen ist es Nacht geworden. Wieder schlafen meine Jungs neben mir im Bett. Zwischendurch haben wir den Tag am Strand verbracht und uns abends Pizza geholt. Lucian ist beim Abendessen schon oft sehr launisch gewesen und das wollten wir uns allen heute ersparen. Einer muss dann nämlich mit ihm rumfahren oder ihn herumtragen, damit er nicht alles zusammen brüllt. Entspanntes Essen gehen ist irgendwie anders 😅

Nachts ist es hier ein bisschen gruselig. Über uns, also zwischen Decke und Dach, wohnen nämlich Ratten. Schon zweimal haben die Thais Gift gelegt, aber auch jetzt flitzt das Vieh oder vielleicht auch die Viecher, so genau höre ich das nicht, wieder schön laut da oben rum. Draußen regnet es wie aus Eimern, saulaut, ab und zu ein Donnergrollen, dazwischen bellen immer wieder die Hunde. Es ist gewöhnungsbedürftig.

Gestern habe ich dann auch noch viel zu viel über die Tsunami Katastrophe von vor 10 Jahren gelesen. Da hatte ich dann die ganze Zeit ein mulmiges Gefühl. Das war einfach furchtbar und ich habe mich heute am Meer immer wieder gefragt, ob wir die Lage rechtzeitig richtg eingeschätzt hätten… Aber nun genug damit, Unglücke geschehen leider, hier genauso wie anderswo auf der Welt…

Mir tut es sehr gut zu wissen, dass wir nun bis zum Ende unseres Urlaubs hier bleiben werden. Kein packen mehr, keine Reisezeit, in der ich hoffe, dass alles reibungslos und für Lucian möglichst komfortabel verläuft, er gut schlafen kann und ich genug zu essen für ihn habe. Leider plagen den kleinen Kerl seine Zähne sehr. Manchmal mag er nichts essen, manchmal verweigert er sogar seine Trinkflasche, die Hitze macht ihn müde und er ist häufig grummelig. Mein schlaues Buch über die Entwicklung von Babies sagt, dass er gerade in einem Entwicklungsschub steckt, der ihn weinerlich und schlecht gelaunt macht. Na prima, das passt ja toll in so eine große Reise.

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Dann hat uns auch noch eine sehr traurige Nachricht erreicht. Michis Oma ist leider vorgestern gestorben. Das hat uns natürlich auch betrübt und wir waren in Gedanken viel Zuhause…

Mal sehen, was wir in den uns verbleibenden vier Tagen noch unternehmen hier. Mit Rücksicht auf Lucian, dem wir keine größeren Trips zumuten wollen, wenn er nicht so gut gelaunt ist, werden wir vielleicht höchstens mal mit dem Taxi zu einem anderen Strand fahren, um einen Eindruck von der Umgebung zu bekommen.

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Übrigens ist irgendwas Doofes mit meiner EC Karte passiert. In Ko Lanta konnten wir damit Geld abheben und hier erkennt sie plötzlich kein Automat. Zum Glück funktioniert die Kreditkarte…

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Thailand ganz gemütlich auf Ko Lanta

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Am nächsten Morgen bin ich gleich in der Früh mit Lucian und dem Sandspielzeug an den Strand gegangen. Es war Ebbe und der Strand lag megabreit vor uns. Reger Betrieb herrschte hier! Sowas hatte ich ja noch gar nie gesehen, ganz Ko Lanta war auf den Beinen. Egal, ob allein, zu zweit oder in der Gruppe, Walken oder Joggen ist hier morgens wie es aussieht Pflichtprogramm 😄 Lucian und ich haben stattdessen nur ein paar Sandkuchen gebacken und sind danach kurz unter die Dusche gehüpft.

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Nach dem Frühstück habe ich hier ein paar Bilder hochgeladen. Lucian war ziemlich quengelig und als er dann endlich geschlafen hat, hat Michi sich ebenfalls hingelegt. Schlechtes Zeichen. Wie sich den Tag über zeigte, lagen nun Michi und Lucian mit dem merkwürdigen Fieber flach. Mit Lucian war ich nachmittags noch kurz mit dem Wassersling ein bisschen im Meer. Michi hat aber quasi durchgeschlafen und ist nur gegen Abend kurz mit was essen gegangen.

Am nächsten Tag ging es zumindest Michi schon wieder besser. Lucian hat aber wieder fast den ganzen Tag nur geschlafen und so ist auch dieser Tag schnell und ohne große Unternehmungen vergangen. Essen gehen zählte da schon zu den großen Highlights 😜

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Samstag waren dann alle soweit wieder ganz fit. Lucian hatte über Nacht die Füße mit einem thailändischen Balsam eingerieben, den mir eine Masseurin empfohlen hatte. Ich hab mir nämlich am Freitag noch eine Thaimassage direkt bei uns am Strand geben lassen. Oh je, ich hatte ganz vergessen wie weh das tut 😨 Die hat derart viele Verspannungen vom Tragen in meinen Schultern und dem Rücken bearbeitet, dass ich am liebsten zwischendurch aufgegeben hätte 😁 Jedenfalls hat es Lucian geholfen, denn das Fieber war weg. Wir wollten noch ein bisschen was von der Insel anzuschauen und ließen uns mit dem Tuk Tuk an den nächsten Strandabschnitt fahren. Der Long Beach sieht ganz anders aus als unser Strand und es ist dort ein wenig ruhiger.

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Nach dem gemütlichen Mittagessen sind wir ins Wasser, aber irgendwas komisches schwimmt da rum… Sieht aus wie minikleine Quallen, die permanent an einem kleben. Wir haben noch nicht rausgefunden, was das genau ist. Schon beim allerersten Mal Baden ist es uns aufgefallen, da dachten wir an kleine Fische… Bei Lucian kippte dann sowieso die Stimmung und wir haben noch einen Spaziergang den Strand entlang mit ihm im Tuch gemacht und uns dann wieder zu unserem Bungalow fahren lassen. Ungewohnt für uns… So ein kurzer Ausflug fühlt sich mit Baby schon wie eine kleine Weltreise an 😃

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Abends waren wir wieder im lustigen italienischen Restaurant vom ersten Abend. Lucian hat mit zwei kleinen Mädchen und drei Babykatzen gespielt und ich war immer noch satt vom Mittagessen in der Strandbar. Ich hab dann gebratene Banane mit Eis gegessen und davon prompt Bauchweh bekommen. Ging aber zum Glück schnell vorbei.

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Heute Morgen war Lucian erst so spät wach, dass wir gar nicht am Strand waren. Nach dem Frühstück haben wir uns in den Schatten auf eine Matte gelegt, aber Lucian plagte wohl Zahnweh und er begann bitterlich zu weinen. Also sind wir doch wieder zur Siesta in den Bungalow und Lucian und ich haben ein bisschen geschlafen. Nach dem Mittagessen waren wir schwimmen, aber Lucian war überhaupt nicht in Stimmung und wollte schon wieder schlafen. Ich war nochmal bei der Massage, danach sind wir Abendessen gegangen. Lucian wollten gar nichts haben und so mussten wir ihm wohl oder übel aus Mangel an Alternativen Erbeerjoghurt geben, weil das das einzige breiähnliche Essen war, das wir im 7 Eleven finden konnten. Natürlich hat er ihn sehr gerne gegessen und war dann den Abend über doch noch gut gelaunt und hat fleißig gespielt während ich ein bisschen zusammen geräumt habe, damit wir morgen schneller packen können.

Gegen 11.45 Uhr werden wir abgeholt. Mit dem Speedboot fahren wir 1,5 Stunden nach Phuket und kommen da um 14 Uhr an. Von da aus fahren wir mit dem Taxi etwa 90 Kilometer nach Khao Lak. Es ist die teuerste Variante, jedoch hoffentlich auch die komfortabelste. Der Minibus hätte von hier über Krabi sechs Stunden gebraucht.

Wir sind schon sehr gespannt, was uns in Khao Lak erwartet. Dort wohnen wir extrem günstig. Hoffentlich ist es trotzdem schön 😉

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Ko Lanta oder ein Paradies für Rentner

Um halb sieben am Mittwoch packen wir unsere Sachen hoch über dem Meer in unserem Top Seaview Bungalow. Lucian hatte eine ziemlich schlaflose Nacht und deshalb schläft er nun seelenruhig weiter als ich in der Hütte hin und her flitze.

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Um acht bringt uns ein Boot zusammen mit anderen Abreisenden zurück zum Ton Sai Pier. Das Meer ist ruhig und wir bleiben zum Glück trocken. Da die Fähre erst um 11.30 Uhr geht, haben wir Zeit für ein Frühstück in einem netten Café mit angeschlossener Bäckerei. Hier wird sogar der Toast von Hand gebacken. Wo gibt es sowas sonst noch? Unglaublich, aber in dem Café arbeiten insgesamt mindestens sechs Leuten gleichzeitig. Wie wenig müssen die verdienen, dass sich das überhaupt rentiert… Lucian muss schon seinen ersten Schönheitsschlaf abhalten – Buggy sei Dank kein Problem. Wir würden wirklich nicht darauf verzichten wollen. Zum Glück haben wir ihn mitgenommen.

Die Überfahrt dauert nur eine Stunde und mit dem Taxi sind wir ganz schnell im Lanta Bee Garden Ressort am Klong Dao Beach. Dort wartet ein Beachfront Bungalow auf uns.

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Richtig modern, sehr sauber und mit einem ganz tollen Bad mit Regenwasserduschkopf. Nur der typisch thailändische minimale Wasserdruck trübt das Duschvergnügen ein bisschen. Irgendwie steht uns nach fünf Tagen Abgeschiedenheit auf Ko Phi Phi und Thai Food der Sinn nach… Pizza 😅 Lucian schläft mal wieder ein bisschen im Buggy und stärkt sich für den bevorstehenden Badeausflug.

Kurz darauf stehen wir am Strand. Und da sitzen und liegen sie, all die sonnenhungrigen Ruheständler und Pensionisten, zusammengequetscht auf ein paar Quadratmetern Schatten, die der einzige größere Baum weit und breit spendet. Mindestens genauso viele haben es sich aber schwitzend in der prallen Sonne gemütlich gemacht, die Liege exakt zur Sonne ausgerichtet, damit nirgendwo Schatten die möglichst nahtlose Bräune beeinträchtigt.

Ich muss vorsichtig sein, was ich hier über die Rentner schreibe, schließlich fiebert ja mindestens einer unserer Leser dem baldigen Ruhestand entgegen 😉 Deshalb werde ich den typischen Rentner von Ko Lanta mal kurz ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen, damit man die sieht, dass das schon eine besondere Spezies ist 😜

Die Hautfarbe bewegt sich zwischen hellrot über tiefrot bis hin zu einer Art Lederhaut eines Indianers. Sonnenschutz wird anscheinend doch überbewertet oder aber die Herrschaften glauben, nichts mehr zu verlieren zu haben?! Der Typ Bierbauch fehlt hier weitestgehend, die sehen alle recht fit aus bis auf die Haut 😳 Schwerpunkte bestimmter Nationalitäten konnten wir keine ausmachen, aber gerne trifft man sich zum englischsprachigen Stammtisch in diversen Lokalen. Wer keine Lust auf Multikulti hat, geht halt in die deutsche Metzgerei.

Ansonsten ist es hier ähnlich wie in Krabi. Die Bevölkerung ist hauptsächlich muslimisch, die Frauen tragen Kopftuch. Die Unterkunft erinnert uns an die Anlage, in der wir letztes Mal auf Ko Samui gewohnt haben. Die Bungalows sind ähnlich gebaut und angeordnet. Nach dem ruhigen Aufenthalt auf Ko Phi Phi freuen wir uns auf das Kontrastprogramm hier 😃

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Wanderung zum Aussichtspunkt

Eigentlich hatten wir uns für den Aufenthalt auf Ko Phi Phi eh schon nicht viel vorgenommen, aber zum Aussichtspunkt wollten wir  unbedingt. Laut Reiseführer war die Wanderung in einer halben Stunde zu schaffen. Vor Dienstag war daran jedoch für mich nicht zu denken. Mit dem Fieber schaffte ich es ja kaum vom Strand in unsere Hütte. Am Dienstag Morgen ging es mir aber direkt viel besser als die Tage zuvor und ich wollte es versuchen. Es ist einfach gar kein schönes Gefühl, wenn man so gar nichts machen kann im Urlaub 😔

Also packte ich unsere Tasche und half Michi dabei, Lucian ins Tuch zu binden. Der Aufstieg war ziemlich einfach, nur ganz selten wurde es etwas steiler, der Hauptteil der Strecke war mit einer moderaten Steigung aber sogar recht angenehm zu gehen. Aber 10 Kilo auf dem Rücken sind halt trotzdem 10 Kilo 😅

Als ich bei einer kurzen Trinkpause auf Michis rhetorische Frage nach dem Geldbeutel leider mit „Oh, oh, nicht dran gedacht” antworten musste, durften wir zu allem Überfluss noch eine Ehrenrunde drehen…

Irgendwann kamen wir dann aber am ersten Aussichtspunkt an. Von dort aus konnte man in Richtung Ko Jum schauen. Lustig, als wir damals dort waren, haben wir immer nach Ko Phi Phi rüber geschaut 😉 Auch Bamboo Island ist von dort gut zu sehen. Da hatten wir damals einen Ausflug hin gemacht, aber leider bin nie dazu gekommen, den Artikel dazu fertig zu schreiben 😣

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Der eigentliche Aussichtspunkt ist da dann aber doch ein bisschen spektakulärer. Von dort aus hat man einen ganz tollen Blick auf die riesige Sandbank, die Ko Phi Phi so besonders macht. Oben gab es noch ein Plakat, das verdeutlichte wie schlimm die Verwüstungen durch den Tsunami 2004 waren.

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Kurz spielten wir mit dem Gedanken noch weiter nach unten in Richtung Ton Sai Pier und Loh Dalam Bay zu gehen, aber wir hatten deutlich länger nach oben gebraucht als eine halbe Stunde und entschieden deshalb, es für heute dabei zu belassen. Wir waren ja schonmal da gewesen und wissen also, dass man nichts verpasst da unten. Außerdem hatten wir am nächsten Tag ein bisschen Zeit, da die Fähre nach Ko Lanta erst um 11.30 Uhr abfahren sollte.

Nach unten trug ich Lucian dann, weil Michis Schultern die ungewohnte Belastung nicht ohne Schmerzen weiter zugelassen hätten. Mir ging’s aber wirklich wieder ganz gut. Lucian hat während des Rückwegs Mittagsschlaf gemacht. Zurück im Resort haben wir den restlichen Tag am Strand verbracht und waren Schnorcheln. Dabei haben wir beide zum ersten Mal lebendige Seeigel gesehen. Michi war zuerst draußen und ich bin bei Lucian geblieben. Danach hat er mir gesagt, wo ich was finde und wir haben Kind gegen Schnorchelmaske getauscht 🐠🐚🐙🐟

Lucian war den ganzen Tag super gelaunt und hat sogar ausnahmsweise das Abendessen ganz durchgehalten. Wir hatten uns auch geschworen, ihn diesmal einfach im Wagen schlafen zu legen, bevor er wieder von seinen Freunden herumgetragen würde und dann total übermüdet wäre 😉

Dadurch dass ich am letzten Tag auf Ko Phi Phi dann wieder fit war, hab ich doch noch sehr schöne Erinnerungen und Eindrücke gewonnen. Die ersten Tage verschwimmen nämlich ganz schön für mich und ich kriege kaum die einzelnen Tagesabläufe hin, weil ich so viel geschlafen habe…

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Im nächsten Bericht geht es dann weiter Richtung Süden. Von der Partyinsel auf das Ko Samui der Westküste, nach Ko Lanta. Hier kann man eigentlich alle Hotels auch über Neckermann, TUI und Co. buchen. Dahin kommen auch viele Pauschalurlauber.

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Ganz abgeschieden auf Ko Phi Phi

Nach dem Frühstück werden wir um zehn Uhr mit dem Minibus abgeholt. Sofort schließt Lucian mit dem Fahrer Freundschaft und während wir noch auf eine Info warten, fährt er Lucian im Buggy eifrig auf und ab.

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Lucian verschläft die Bootsfahrt und wacht erst auf als wir am Ao Pak Nam aus dem Boot ins Wasser hüpfen. Wir hatten einen Seaview Bungalow gebucht und nun  müssen wir feststellen, dass der Ausblick zwar traumhaft schön ist, der Aufstieg dafür mit 10 kg Lebendgewicht zusätzlich umso beschwerlicher. Zum Glück hält die weitere Reiseplanung nicht noch mehr solcher Unüberlegtheiten bereit…

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Ansonsten geht es hier ruhig und beschaulich zu. Die Anlage erstreckt sich über den größten Teil der gesamten kleinen Bucht, im Strandrestaurant ist immer genug Platz, keine Partys, keine laute Musik, dafür viele Paare und auch einige Familien. Bei Flut ist der flach abfallende Strand perfekt zum Baden geeignet, bei Ebbe ist das Baden dafür wegen des vorgelagerten Korallenriffs gar nicht möglich. Die beste Zeit zum Baden ist hier also am frühen  Nachmittag. Ein paar Wellen gibt es meistens auch. Am Strand gibt es ein paar Liegestühle, einige Schaukeln und Hängematten. Der Sand ist relativ grob wegen der Korallen. Lucian sitzt deshalb am liebsten nur auf der Matte 😄

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Dass die Thais kinderlieb sind, haben uns bisher alle ganz eindeutig bewiesen. Aber hier hat das richtig extreme Ausmaße angenommen. Irgendwann haben uns die Restaurantmitarbeiter schon die Arme nach Lucian ausgestreckt, wenn sie uns von Weitem kommen sahen. Zwischen jedem Bissen musste Guckuck gespielt oder gekitzelt werden. Jeder wollte mal füttern, jeder wollte die Rotznase abwischen. Bei jedem kleinen Meckern kam jemand gesprungen und hat Quatsch gemacht. Das war überraschend an Tag 1, ganz amüsant an Tag 2 und ab Tag 3 fing es an nervig zu werden. Jedes Essen zog sich unendlich in die Länge und wir konnten das langgezogene Luciaaaaaaaan einfach nicht mehr hören 😁 Aber der Kleine mochte seine neuen Freunde sehr und so sahen wir drüber weg,weil wir wussten, dass es ja nicht für ewig sein würde…

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Endlich – der Anfang ist gemacht…

Da habe ich zu Hause noch große Sprüche gemacht, den Blog weiterzuschreiben und dann vergeht die erste und sogar auch fast die zweite Station ohne einen einzigen Eintrag.

Dafür gibt es es gleich mehrere Gründe. Einer sitzt hier neben mir auf der Strandmatte und mampft kalte Pommes vom Mittagessen. Gefühlt vergehen die Tage nämlich nur damit, Lucian etwas zu Essen zu organisieren, Stunden zu warten bis er mit dem Essen fertig ist, ihn fürs Baden umzuziehen, einzucremen, dann abzuduschen, wieder umzuziehen und ihn dazwischen zum Schlafen zu bringen. Da bleibt nicht viel Zeit für Fremdbeschäftigung🙂 Zum anderen gibt es hier nur eine sehr dürftige Internetverbindung. Und dann noch der nervigste Grund: Ich bin krank. Seit gestern Nacht hab ich Husten und Schnupfen und nun leider auch noch Fieber. Das ist in Kombination mit dem Klima und dem Jet Lag nicht so toll. Lucian hat auch noch keine Nacht auch nur annähernd durchgeschlafen, das strengt uns alle zusätzlich an… Denn da gibt es kein Entkommen, da will er spielen, klettert unentwegt über uns drüber, zwickt, patscht, beißt uns in die Nase… Uaaaahhhhh…

Das ist also der Stand. Aber die Reise begann ja zunächst mal mit einem laaaaangen Flug. Der war zwar anstrengend, aber eigentlich gar nicht so wild. Lucian hat quasi durchgeschlafen, auch haben seine Ohren zum Glück überhaupt keine Probleme gemacht. In Abu Dhabi war es extrem nebelig und so hat der Pilot ewig gebraucht ans Gate zu finden. Der Anschlussflug konnte dann erst mit einer Verzögerung von einer Stunde starten. Am Flughafen waren wir mit kleinem Baby im Tragetuch die absolute Attraktion.

Auf dem zweiten Flug war Lucian häufiger  wach und hat zum Schlafen dann so ein kleines Körbchen bekommen. Endlich in Phuket angekommen, haben wir noch schnell Geld gewechselt und uns dann direkt mit dem Taxi zum Hotel bringen lassen. Dort wartete eine wahre Chinesenschwemme auf uns. Drei Reisebusse waren kurz vor uns angekommen. Und alle waren wieder höchst begeistert von dem weißen Baby mit den blauen Augen. Sogar Fotos wollten sie machen! Man brachte uns noch ein Babybett aufs Zimmer und dann suchten wir uns noch ein schnelles Abendessen. Von den Einheimischen bestaunt und in seinem Buggy sitzend, hat Lucian dann den ersten Fried Rice seines Lebens gegessen.

Der weitere Aufenthalt in Phuket verlief unspektakulär. Das Frühstück im Hotel war eine ziemliche Sauerei und schon kamen uns Zweifel am Projekt „Baby isst selber im fremden Land“. In Thailand werden die Kinder gestillt so lange es geht und danach gibt es Reissuppe und eine würzige Brühe für die Kleinen. Beides ist so gar nicht nach seinem Geschmack übrigens 😉 Ein Baby in Lucians Alter, das sich selber Pancake, Wassermelone, Schrimps, Mango und Banane in den Mund stopft, sehen die hier wohl eher seltener… Aber bewaffnet mit Feuchttüchern haben wir bislang auch die größte Schweinerei in den Griff bekommen. Und hier auf Kho Phi Phi gibt es für Lucian zum Beispiel morgens Porridge, da bleibt das Chaos überschaubar.

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Jedenfalls haben wir den Tag in Phuket mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt verbracht, die – muss man ehrlicherweise sagen – so gar nichts zu bieten hat. Sieht aus wie Bangkok, nur kleiner und irgendwie komplett ohne Höhepunkte. Wir haben gut und spottbillig gegessen und die Tickets für die Fähren nach Kho Phi Phi besorgt. Am späten Nachmittag waren wir noch im Hotelpool baden und haben Lucians Schwimmflügel eingeweiht.

So, jetzt versuche ich das mal hier abzuschicken. Im nächsten Blogeintrag geht’s dann weiter mit der Überfahrt nach Kho Phi Phi.

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Auf in ein neues Abenteuer – diesmal zu dritt :)

Wir hätten nie zu hoffen gewagt, dass wir so schnell wieder nach Thailand kommen! Und doch geht es in weniger als einer Woche schon wieder los. Diesmal wird es ein bisschen ruhiger zugehen, denn wir sind nicht allein – unser 11 Monate alter Sohn Lucian wird seinen ersten Urlaub mit uns in Thailand verbringen🙂 Das bedeutet, dass diesmal einiges ein bisschen anders sein wird. So haben wir die Reiseroute zum Beispiel schon komplett festgelegt. Wir fliegen nach Phuket und verbringen dort zwei Nächte. Dann geht es für ein paar Tage nach Ko Phi Phi. Danach sind wir auf Ko Lanta und die letzte Station wird Khao Lak sein. Von dort aus geht es drei Wochen später direkt zurück nach Phuket an den Flughafen und von dort wieder über Abu Dhabi nach Hause. Ach ja, und wir kommen diesmal natürlich nicht mit so wenig Gepäck aus. Hier stehen schon zwei große Koffer. Ich bin gespannt, wieviel wir am Ende wirklich mitschleppen werden…

Ab auf die einsame Insel…

Am Neujahrstag werden wir nach dem Frühstück gegen 10.45 Uhr am Gästehaus abgeholt. Zuvor gab es noch einen kleinen Schock, denn Michis Flip-Flops waren nicht mehr da, wo wir sie am Abend zuvor abgestellt hatten. In den meisten Läden, Restaurants, Reisebüros usw. ziehen alle ihre Schuhe aus. Die stehen dann zum Teil haufenweise vor den Häusern. Auf Ko Tao gab es manchmal sogar noch einen Eimer Wasser, in dem man sich den Sand von den Füßen waschen konnte. Jedenfalls hat Michi seine Schuhe bei einem Mädchen am Nebentisch entdeckt. Es war eine ziemlich aufgetakelte Thai mit Zahnspange zusammen mit einem Deutschen oder Österreicher, der sich unheimlich toll und jugendlich vorkam mit der kleinen Lolita an seiner Seite. Sie hat die Flip-Flops verlegen wieder rausgerückt und er hat irgendwas von „Misunderstanding“ gefaselt. Wir können uns zwar nicht erklären, was für ein Missverständnis das sein kann, wenn man sich fremde Schuhe, die einem mindestens vier Nummern zu groß sind, anzieht, aber eigentlich war es uns egal – Hauptsache die Schuhe waren wieder da.

Wenige Minuten später kam der Jeep, der uns auf der Ladefläche zum Pier brachte. Uns, das dämliche Pärchen, ein chinesisches Paar und noch drei andere plus Gepäck. Unglaublich, wieviel die Thai auf ihre Fahrzeuge laden. Da werden die Ressourcen noch genutzt! Neben übervollen Taxis sehen wir auch regelmäßig völlig überladene Roller: 2 Erwachsene mit 2 Kindern oder 1 Erwachsener und so viel Heu, dass man von hinten gar nicht sieht, dass es sich überhaupt um einen Roller handelt.

Der Pier liegt ein wenig außerhalb und ist richtig hübsch. Schöner Wartebereich, aufwändig angelegte Wege zu den Booten. Diesmal sind wir mit einer richtigen kleinen Fähre unterwegs, zwei Decks, beide geschlossen. Natürlich warten wir wieder ewig bis es endlich losgeht. Etwa eine Stunde brauchen wir bis zum Treffpunkt auf See für die nördlichen Strände Ko Jums. Kurz danach hält sie ein weiteres Mal für die südlichen Strände der Insel, um dann weitere 1,5 Stunden nach Ko Lanta zu fahren.

Es ist windig und es gibt wieder einmal viele Wellen. Das Boot schaukelt und wackelt, aber wir sind so viel auf dem Meer gewesen in letzter Zeit, dass uns das gar nichts mehr ausmacht. Michi liest, ich höre Musik und schlafe. Plötzlich heißt es: „First Stop Ko Jum!“ und wir wanken im wackeligen Boot nach oben zu unserem Gepäck. Ein lustiges Bild bietet sich uns: Aus Richtung Strand kommen drei Longtail-Boote angefahren, die von den Hotelanlagen geschickt wurden. Auch eines vom Ting Rai Bay Resort, in dem wir einen Bungalow reserviert haben. Wir werfen unsere Taschen ins Boot, springen hinterher und erreichen fünf Minuten später den Strand vor der Anlage.

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Der nördliche Teil der Insel wird von den Einheimischen Ko Pu genannt und eigentlich besteht die Insel hier nur aus einem Berg, dem Kao Pu. Deshalb liegt unser Resort auch am Hang. Zwei Wege führen über viele unterschiedlich lange und hohe Treppenstufen rechts und links am Restaurant- und Rezeptionsbereich vorbei zu den Bungalows. Über uns ist nur noch ein Bungalow und etwas versetzt in der Mitte die beiden großen Honeymoon-Luxus-Bungalows. Das heißt wir haben zwar einen beschwerlichen Weg über die steilen Treppen, aber dafür auch einen tollen Ausblick über den Garten bis hin zum Meer.

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Wir werden mit einem kleinen Begrüßungsdrink willkommen geheißen und fühlen uns sofort wohl. Hier sieht es ganz anders aus als auf den Inseln im Golf. Keine Palmen, dafür üppige Vegetation mit großen Laubbäumen und blühenden Büschen. Die Bungalows sind aus dunklem Holz, sehr gemütlich ist es hier. In unserer Hütte steht ein großes Himmelbett – die Handtücher liegen als Schwäne gefaltet darauf – mit einem Moskitonetz und das Bad ist bisher eines der saubersten. Allerdings nur mit Kaltwasser. Aber das ist ja auch nicht das erste Mal. Man gewöhnt sich an alles.

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Wir essen Thai, alles schmeckt wunderbar: Papaya-Salat, gebratene Nudeln mit Hähnchen und Nudelsuppe mit Gemüse und Hähnchen. Dann machen wir es uns in einer der kleinen überdachten Strandhütten gemütlich, die nach allen Seiten offen und mit bequemen Liegekissen ausgestattet sind. Es ist sehr windig und fast ein bisschen zu kühl für Badesachen.

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DSCN1763Mittlerweile ist Ebbe und das Wasser hat sich weit zurückgezogen. So kommen die vielen bunten Steine und Muscheln zum Vorschein, die bei Flut größtenteils unter Wasser liegen. Zum Sonnenuntergang kommen einige der Urlauber des Resorts an den Strand, ausgerüstet mit Spiegelreflexkameras und ihren Handys. Und tatsächlich: Mit den vielen Wolken am Himmel entstehen außergewöhnlich schöne Fotos als die Sonne am Horizont hinter Ko Phi Phi verschwindet.

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Bis vor Kurzem versorgten sich die Resorts mithilfe von Generatoren mit Strom. Die liefen dann ab Sonnenuntergang bis 23 Uhr. Tagsüber gab es keinen Strom. Das ist heute anders und so gibt es mittlerweile auch hier Internet. Noch gilt Ko Jum als Geheim-Tipp, doch die Frage ist wie lange noch, wo doch auch hier schon fast jeder Komfort zu haben ist?!

Unser erster Tag auf der wirklich ziemlich einsamen Insel geht früh zu Ende. Wir essen zu Abend, natürlich wieder in der Anlage, denn zum nächsten Dorf sind es 2 km. Wenn dann könnten wir nur auf das Restaurant der anderen Anlage ausweichen, die mit uns in der Bucht liegt. Unser Strand wird danach von Felsen unterbrochen und so kommt man nirgends in Richtung Süden, wo es etwas mehr Hotels und eine Stadt gibt. Lange war unsere Bucht nur per Boot erreichbar.

Mittlerweile gibt es eine unbefestigte Straße, die schauen wir uns am nächsten Tag an als wir in das kleine Dorf Ban Ting Rai laufen. Auch dieser Tag, der 2.1., beginnt windig und mit Regen. Als es gegen Nachmittag aufklart, machen wir uns auf den Weg. Zunächst führt der Weg entlang der Küste und wir klettern die Böschung an einen kleinen einsamen Strandabschnitt hinunter. Dort beobachten wir einige Zeit die vielen Krabben, kleine und größere, wie sie ihre Löcher buddeln und über den Sand huschen. Es gibt sie also doch noch, die Strände, an denen kein Hotel ist, kein Strandrestaurant, keine Liegestühle.

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Irgendwann biegt die Straße, wenn man das so nennen mag, ab ins Landesinnere. In Wirklichkeit ist es eine lehmige Schotterpiste, die an einigen Stellen zeigt, wie schwierig es nach heftigen Regenfällen sein muss, hier mit dem Roller die steilen Passagen zu bewältigen. Tiefe Reifenspuren sind teilweise schon getrocknet, teilweile noch feucht und rutschig. Nun säumen zahlreiche Bäume den Weg – mit lustigen Schalen an den Stämmen: Viele Einwohner leben hier von der Kautschukproduktion.

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IMG_20130102_164616Überall laufen Hühner frei herum und ein paar scheue Katzen, die uns ängstlich hinter den Bäumen sitzend beobachten. Das Dorf ist klein. Sehr klein. Wir finden eine kleine Bäckerei; dort gibt es winzige Torten und geeisten Kaffee. Sonst sehen wir eine Schule, viele vollbesetzte Roller und Kinder, die mit Mopeds durch die Gegend fahren. Außerdem ein oder zwei Läden und am Straßenrand verkauft eine Frau mit Kopftuch gegrilltes Spieße. Das war’s. Ein netter, sehr beschaulicher Ort mit äußerst freundlichen Menschen.

DSCN1767Den restlichen Spätnachmittag verbringen wir am Strand, denn es ist wieder wunderschön sonnig und warm.

Beim Abendessen beschließen wir, dass wir noch einen Tagesausflug nach Ko Phi Phi machen wollen. Die Frau an der Rezeption empfiehlt uns den Freitag, da soll das Wetter sich wieder beruhigt haben. Denn auch heute, also am Donnerstag, regnet es wieder bei starkem Wind und der Himmel ist komplett bedeckt. So sitzen wir alle auf unseren Terrassen und hoffen, dass der Wind das schlechte Wetter wegbläst. Angeblich ist es ein Monsun von den Philippinen, der da zu uns herüberkommt. Das hat zumindest Patrick aus dem Reisebüro behauptet.

Bei dem Mistwetter hatte ich wenigstens genug Zeit, um alles aufzuschreiben, was die letzten Tage passiert ist. Michi sitzt neben mir und liest ein Buch aus dem Hotelbücherregal. Ich habe da auch eins gefunden und darauf freue ich mich jetzt schon. Drückt uns die Daumen, dass die Sonne später noch einmal herauskommt und wir baden gehen können…

Nachtrag: Mittlerweile sitzen wir schon beim Abendessen. Leider ist es den ganzen Tag trüb geblieben und hat immer wieder geregnet. Kein Strandwetter also. Mit unseren Büchern haben wir den Tag dennoch ganz nett verbracht. Außerdem wohnen in unserer Anlage Affen! Kleinere als die, die wir bisher gesehen haben. Bei den gegenüberliegenden Bungalows konnten wir sie beim Herumtoben auf den Bäumen beobachten und wie sie auf den Hüttendächern herumkletterten. Jetzt hoffen wir, dass das Wetter morgen besser wird, denn da wollen wir nach Ko Phi Phi…

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Silvester in Krabi

Am nächsten Morgen schlafen wir lange. Schauen immer wieder aus dem Fenster, aber das Wetter sieht nicht besonders aus. Also schlafen wir weiter. Am späten Vormittag raffen wir uns auf und gehen frühstücken. Richtig guter Kaffee, Toast, Marmelade und Ei.

IMG_20121231_125234Wir füllen unsere Wasservorräte im 7 Eleven auf, die gibt es hier an jeder Ecke und in jedem noch so kleinen Kaff, eine Art moderner Tante Emma-Laden, in dem man alles findet – von Zahnpasta über Kekse und lustige Thai-Algen-Snacks bis hin zu Sonnenhüte und Zigaretten. Eine Badematte finde ich auch endlich. Wir kaufen die gleiche Farbe noch einmal, dann fällt es fast nicht auf, dass die Matte aus Prachuap in Ko Pha Ngan geblieben ist… Wir laufen am Fluss Krabi entlang zum Wahrzeichen der Stadt. Am anderen Flussufer sieht man die beiden Berggipfel des Khao Kanab Nam, der Hundeohren-Berg. Auf unserer Seite gibt es ein Monument mit kämpfenden Krebsen. Wie es scheint ein beliebtes Fotomotiv. Im Reiseführer finde ich nichts dazu. Aber Krebse haben wir gestern Abend schon gesehen, zusammengeschnürt und sich windend auf einem Küchenbrett kurz bevor sie ins heiße Wasser geworfen wurden… Nichts für mich.

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Als wir zurücklaufen, beginnt es zu regnen. Und schließlich schüttet es wieder gewaltig, die Strandmatte ist unser Regenschirm. Eigentlich wollten wir einen Ausflug mit dem Longtail-Boot auf die Halbinsel Rai Leh machen, aber da das Wetter sich mal wieder von seiner besten Seite zeigte, hätten wir den Plan beinahe wieder verworfen. Zum Glück haben wir uns am Nachmittag doch noch auf den Weg gemacht, denn so wurde der Tag doch noch zu einem echten Erlebnis.

Mit uns waren ein paar andere Deutsche an Bord des kleinen Boots. Zwei davon hatten einen Tag zuvor einen Unfall mit dem Roller gehabt; sie hat sich den Fuß gebrochen und ihm fehlte einiges an Haut am Bein. Und da hatte ich noch gedacht, dass wir uns doch hier auch mal einen Roller leihen könnten… Diese Pläne existieren nun nicht mehr, ich will nicht auf Krücken in ein Boot hüpfen müssen.

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Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir einen der Strände der Halbinsel. Dicht mit Mangroven bewachsen dient er lediglich als Hafen für die vielen Boote. Bei Ebbe geht das Wasser hier extrem weit zurück, weil der Strand so flach abfällt. Zum Baden mussten wir deshalb einen hübschen Weg entlang der riesigen Karstfelsen und vorbei an beeindruckenden Höhlen auf die andere Seite der Halbinsel zum Hat Phra Nang laufen.

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Und auch hier gibt es ein paar freilebende Affen! Michi lacht schon immer, wenn irgendwo jemand was von Affen sagt, weil ich mich so freue, wenn ich welche sehe. An diesem absoluten Traumstrand klettern unheimliche viele, andere baden und zahlreiche Boote liegen hier vor Anker. Aber der Strand ist wirklich sehr schön und so haben wir uns einen Platz zwischen all den anderen Touristen aus aller Welt und Thailand gesucht und den restlichen Nachmittag dort verbracht.

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Pünktlich um 17 Uhr standen wir wieder am verabredeten Treffpunkt und siehe da: Es war Ebbe. Die Mangroven standen wie auf Zehenspitzen auf ihren Wurzeln im Sand. Vor uns lag die Bucht dreckig, steinig, schlammig. Die Boote warteten viele Meter weiter im zurückgegangenen Meer. Manche Touristen wurden mit Traktoren in großen Anhängern stehend durch den Sandmatsch gezogen, um zu den Longtails zu gelangen. Wir durften über einen Steg aus Steinplatten gehen, der irgendwann in der braunen Brühe unterging. So wateten wir auf den rutschigen Steinen hintereinander her bis wir schließlich in ein Boot klettern durften. Ungelenkig darf man nicht sein, wenn man über die hohe Brüstung klettert, denn Einstiegshilfe ist höchstens die helfende Hand, die einem jemand reicht, der bereits im Boot ist.

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Zurück in Krabi aßen wir in einem Restaurant nahe dem Pier zu Abend. Und bestellten den ersten Cocktail. Ich habe Morning Glory probiert, ein thailändisches grünes Gemüse, das ein bisschen wie Blattspinat aussieht und auch so ähnlich schmeckt, aber irgendwie auch wie Mangold und Stangensellerie. Hab ich zuhause noch nie gesehen, heißt auf Deutsch wohl Wasserspinat.

Es waren schon eine ganze Menge Leute auf der Straße und in einigen Bars gab es „Happy New Year 2013“-Dekoration. Wir haben noch ein bisschen im Hotelzimmer gelesen und Blog geschrieben. Den Silvesterabend begannen wir mit einer Massage. Diesmal keine Thai-Massage, lieber was Sanfteres – dachten wir. Die Öl-Massage stellte sich jedoch als genau gleich krass heraus wie die Thai-Massage, nur mit mehr Öl. Michi hatte danach Schmerzen in den Schultern, mir taten nur währenddessen Oberschenkel und –arme unter den kräftigen Hände der Masseurin weh.

IMG_20121231_233423Die Hauptstraße war abgesperrt, da musste also etwas los sein. Nichts wie hin. Eine thailändische Neujahrsfeier erwartete uns, mit einem großen Essensmarkt, unglaublich vielen Ständen mit Kleidung und Schuhen, kleinen Fahrgeschäften für Kinder, einer riesigen Mega-Hüpfburg, einer Tombola für eine thailändische Wohltätigkeitsorganisation, einer großen Bühne mit einem lustige Thai-Sänger, Buden zum Luftballons Kaputtwerfen und Planschbecken mit kleinen Fischen drin, die kleine Kinder mit Mini-Keschern einfingen und dann in Plastiktüten davontrugen. Kulinarisch war wieder einiges geboten, diesmal gab es viele Stände mit Maden, Grillen und Käfern – zugegebenermaßen nicht unbedingt unappetitlich angerichtet. Michis Angebot, er würde mir 20 Baht geben, wenn ich zuschlage, wollte ich dennoch nicht annehmen. Aber ich kenne jemanden in der Heimat, der sich vielleicht dafür begeistern hätte können – na, Günter, wie wär’s?!

Um kurz vor Mitternacht haben wir uns in einer Roof-Top-Bar (schlechte) Cocktails bestellt und aufs neue Jahr angestoßen. Das Feuerwerk war zu vernachlässigen, aber wir glauben, die Thai haben dafür einfach nicht wirklich Geld. Dafür gab es Böller, die sich angehört haben, als würde Krieg ausbrechen und wir dachten, das Haus stürzt ein. Auch auf dem Dach wurde ein Feuerwerk entzündet. Es war ohrenbetäubend. Dafür faszinierten uns hunderte Papierballons, die einer nach dem anderen in den Himmel stiegen und wie auf einer himmlischen Straße langsam mit dem Wind weggetragen wurden.

Lange hielten wir es bei der schlechten Musik allerdings nicht aus und da wir am nächsten Morgen ja wieder weiter wollten, haben wir das neue Jahr gemütlich angehen lassen und sind bald ins Bett gegangen. Voller Vorfreude auf unseren letzten Inseltraum für diese Reise, Ko Jum!

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